The Wooster Group Choreographie

Die New Yorker Wooster Group ist eine der einflussreichsten Theatergruppen der Welt, sie ist international bekannt für die Radikalität ihrer Theaterform. Sie gilt als die Erfinderin der Dekonstruktion auf der Bühne. Ihr Name kommt von der The Performing Garage Soho, die sich in der Wooster Street (NY) befindet, wo alle ihre Stücke uraufgeführt wurden. Seit dreißig Jahren arbeitet Regisseurin Elizabeth LeCompte gemeinsam mit befreundeten Schauspieler, zu denen der Hollywoodstar Willem Dafoe gehört, an der Belastbarkeit des Theaters und seiner Zuschauer. In ihrer multimedialen Arbeit ist es der Wooster Group gelungen, eine fein aufeinander abgestimmte Behandlung von Körpern, Klängen, Objekten, Raum und technischem Gerät zu erlangen, die erst im Zusammenspiel theatrale Ideen, Bilder und Affekte erzeugen. Diese Darstellungsform spielte eine entscheidende Rolle in der Einführung von technisch ausgeklügeltem und dramaturgischem Gebrauch von Ton, Film und Video im zeitgenössischen Theater und beeinflusste damit eine ganze Generation von nationalen und internationalen Theaterkünstlern. Das Stück Erase-E(X) präsentierte die Wooster Group erstmals im Juli 2004 beim Festival von Avignon.


Anne Teresa De Keersmaeker Choreographie

studierte Tanz an Maurice Béjarts Mudra-Schule und an der Tisch School Of The Arts der Universität von New York. Seit 1980 (Asch) gestaltete sie bei über dreißig Tanz-, Theater- und Opernproduktionen sowie einem Dutzend Filme zu ihrem Werk die Choreografie oder führte Regie. 1983 wurde sie künstlerische Leiterin ihrer eigenen Compagnie Rosas, die seit 1992 Company-in-Residence am Théâtre Royal de la Monnaie (Brüsseler Staatsoper) ist. 1995 gründete sie die Performing Arts Research And Training Studios (P.A.R.T.S.), ein dreijähriger Ausbildungszirkel für TänzerInnen und ChoreografInnen aus der ganzen Welt. Ihre Choreografien und Filme wurden mit vielen renommierten Preisen in den Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland und Großbritannien ausgezeichnet. In Belgien wurde sie zum Doktor h.c. der Freien Universität Brüssel ernannt, 1995 erhielt sie zum Dank für ihre künstlerischen Errungenschaften den Ritterschlag, 2000 wurde sie zum Officier de l‘Ordre des Arts et des Lettres der französischen Regierung ernannt. 2002 erhielt sie den Preis der Gabriella Moortgat Stichting und die médaille de Vermeil der Stadt Paris, sowie eine Medaille (Erepenning) der flämischen Regierung. 2004 erhielt sie den Keizer Karelprijs der Provinz Ostflandern.
In der Saison 2001/2002 feierte Rosas ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Die Festivitäten wurden mit einer Publikation über Rosas, sowie einer retrospektiven Ausstellung im Brüsseler Palais des Beaux-Arts vervollständigt. Mit Bitches Brew / Tacoma Narrows zur Musik von Miles Davis (2003) schuf Rosas ein Stück, das zum großen Teil auf Improvisation aufbaut. Zum ersten Mal war es den Tänzern und Tänzerinnen möglich, innerhalb des vorgegebenen Rahmens ihre improvisatorischen Fähigkeiten zu zeigen. Mit Kassandra (2004) erarbeitete de Keersmaeker zusammen mit ihrer Schwester Jolente ein Stück, das kaum von Musik, sondern vielmehr von Text getragen wurde. 2005 choreografierte sie zu der indischen Musik Mian Malhar, dem Raga für die Regenzeit, und zur Musik des legendären John Coltrane das zweiteillige Stück Raga for the Rainy Season / A Love Supreme. Obwohl beide Stücke völlig unterschiedliche Atmosphären kreierten, teilten sie einen gemeinsamen Sinn für Spiritualität. Im selben Jahr entstand mit Desh ein intimes Kammerstück, das die Sehnsucht nach dem Geliebten thematisierte.


Isabella Soupart Choreographie

ist Schauspielerin, Tänzerin, Bühnenregisseurin und Choreografin. Daher sind die Produktionen der in Brüssel lebenden Isabella Soupart meist auch eine Mischung aus Theater-, Tanz- und Tonarrangements. Einem Puzzle gleich baut sie in ihren Stücken, darunter Al Dente, Boiling Point, Erase-E(X) (concept Joji Inc) und In the Wind of Time, Elemente aus verschiedensprachigen Texten, stilistischen Körperbewegungen, verschiedenen Sounds sowie musikalisc hen und visuellen Experimenten zusammen. Für Isabelle Soupart setzt erst Bewegung und das Demontieren von Text die Kraft von Bedeutung frei.


Jim Clayburgh Ausstattung & Licht

ist eines der Gründungsmitglieder der Wooster Group und war dort von 1976 bis 1995 als Bühnenbildner tätig. Zu seinen Werken zählen die beiden Trilogien Three Places in Rhode Island und The Road to Immortality und die Stücke Pt. Judith, The Hairy Ape, Finished Story, Emperor Jones und Brace Up. Für die Wooster Group stattete er über 80 Bühnen in Europa, Asien und Südamerika aus.
Jim Clayburgh arbeitete außerdem für die Salzburger Festspiele, das Pepsico Festival, das New York Shakespeare Festival, das Ontological-Hysteric Theater, die Creation Company, die Mabou Mines und Second Stage sowie für die Werke der Regisseure Richard Foreman, David Rabe, Des McAnuff, Wilford Leach, Matthew Maguire, Hal Hartley, Isabella Soupart und Jeffrey M. Jones. Er gestaltete zusätzlich das Lichtdesign für die Compagnie Rosas, Compagnie Michèle Anne de Mey, Compagnie Pierre Droulers, Joji Inc. und Wim Vandekeybus' Ultima Vez.
Jim Clayburgh erhielt den Obie Award für Design. Er unterrichtete an der New Yorker Universität, den Universitäten von Kalifornien, Santa Cruz und Michigan.


Johanne Saunier Tanz

tanzte von 1986 bis 1996 für Anne Teresa De Keersmaeker und deren Compagnie Rosas in den Stücken Bartok, Mikrokosmos, Ottone Ottone, Stella, Achterland und Toccata. Danach arbeitete sie mit der Compagnie Michèle Anne de Mey, Fatou Traoré und Claudio Bernardo zusammen und trat in Thierry de Mey’s Film 21 Etudes à Danser auf. 1998 gründete sie gemeinsam mit dem Bühnenbildner Jim Clayburgh den Verein Joji Inc. Zu ihren gemeinsamen Werken zählen die Stücke Sans la voix des Maîtres (1998), Chorée/Salto (1999), Final Scene (2000), der den Preis für Choreografie in Bagnolet gewann, Landscape with 4 Figures (2001) mit dem Violinisten Garth Knox, den Film und die Installation It‘s like… (2003), You are here/SWOT, Solo mit einem Seil, ERASE-E(X) 1 und ERASE-E(X). Seit 2000 spielt sie auch in Opern, darunter Philippe Boesmans Ein Wintermärchen, inszeniert von Luc Bondy, Walter Hus Bloetwollefduivel, inszeniert von Guy Cassiers, Paysage sous surveillance und Avis de Tempête von Ictus und dem griechischen Komponisten G. Aperghis.


Charles François Tanz / Performance

1975 in Belgien geboren, interessierte sich Charles François bereits mit 15 Jahren für Dramaturgie und erlernte an der belgischen Lassâad International School of Theatre die Jacques Lecoq-Methode. Er nahm außerdem Sprech- und Schauspielunterricht. Charles François tritt sowohl in Filmen als auch am Theater auf und arbeitet als Synchronsprecher. Mit der Isabella Soupart Company arbeitet er seit der Gründung zusammen und spielte bisher in Al Dente (2000), Boiling Point (2003), In the Wind of Time (2005) und Erase-E (X) (concept Joji Inc) (2005).